Gut zu Vögeln

224815_534925313185043_47559078_n(Foto via StreetArt in Germany)

Der Winter will nicht enden. Seit mehr als 4 Monaten füttere ich nun schon täglich die Vögel.
Der Andrang am Vogelhäuschen und dem Futterspender hat sich in den letzten zwei Wochen annähernd verdoppelt. Wahrscheinlich, weil den Nachbarn, in der berechtigten Erwartung des Frühlings, das Futter ausgegangen ist. Anfang des Monats hatte ich noch soviel übrig, dass ich mir, nach den ersten warmen Tagen, bereits überlegte, was ich damit machen sollte.
Wie letztes Jahr dem Kinderbauernhof schenken, damit nicht, wie im vorletzten Jahr, die Mäuse im Keller darüber herfallen, worüber sich dann wieder der Vermieter beschwert?
In den Keller hatte ich die Kerne nur deshalb gebracht, weil ein Jahr zuvor an einem schönen Sommerabend, Hunderte kleiner Käfer plötzlich aus der Futtertonne gekrochen waren und durch die ganze Wohnung krabbelten. Mit dem Besen mussten wir die schwarzen Tierchen von der Wand fegen, um sie dann aufzusaugen, was meinem Karma erheblichen Schaden zugefügt hat und mich dereinst wahrscheinlich als Käfer in einem Spatzenmagen enden lässt.

Kröten sitzen gern vor Mauern,
wo sie auf die Falter lauern.
Falter sitzen gern auf Wänden,
wo sie dann in Kröten enden.

Nein, dieses Jahr läuft das besser. Das Futter geht, dank des erneuten Wintereinbruchs, weg wie geschnitten Brot, so dass ich vorgestern, nach der Lektüre eines Artikels über die, vom Polarmeer zu uns strömende Kaltluft (nordatlantische Oszillation), missmutig zum Baumarkt trottete, um Nachschub für Spatz, Meise und Rotkehlchen zu besorgen.
Bei Hellweg waren alle Futtereimer und -säcke ausverkauft, und selbst die viel teureren, losen Sonnenblumenkerne gab es nicht mehr. Mithilfe des freundlichen Ideengebers kratzte ich lächerliche 700 g vom Boden der riesigen Behälter zusammen. Das reicht nicht mal für einen Tag!

Beim toom-Markt in der Eldenaer Straße gab es dann doch noch was. Die letzte Reserve. Neues sei bereits bestellt, versprach der Mitarbeiter. Wer habe denn mit sowas rechnen können? Niemand!
Damit die Vögel an Ostern nicht hungern müssen, habe ich gleich acht Kilo gekauft, so dass ich insgesamt noch 10 kg verfüttern kann. Das wird genau 10 Tage vorhalten, von denen schon wieder zwei um sind. Dann ist Schicht im Schacht. Ende Gelände. Schluss mit lustig. Aus die Maus.
Winter, genau so lange gebe ich dir noch Zeit endgültig die Biege zu machen! Capisce? (Ein Anagramm von capisce ist übrigens icecaps. Oh weh.)
(Bin gespannt, welche Suchbegriffe mir der Titel dieses Beitrages bescheren wird. In der Blogstatistik des gestrigen Tages fand sich „nach Scheiße stinkende Frauen“ als Sucheintrag. Erstaunlich, was die Leute da draußen so umtreibt. Noch bemerkenswerter, dass sie damit bei mir landen.)

11 Kommentare zu “Gut zu Vögeln

  1. Die armen Vögel tun mir auch leid dieses „Frühjahr“. Eine sehr surreale Szene erlebte ich vorletzte Woche: Es war noch fast dunkel morgens, als dicke Schneeflocken zu Boden fielen, wie im tiefsten Winter – dazu dann das laute Zwitschern und Singen der Vögel, die längst auf Frühling und Fortpflanzung eingestellt sind, sehr unwirklich!

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  2. Haha, die Suchergebnisse sind echt ein Thema für sich. Dachte schon, die ganzen Kranken landen immer bei mir. :) Im Ernst: Erschreckend. Abgründe. Ich glaub, die meisten wissen gar nicht, dass ihre Suchergebnisse protokolliert werden.

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    • Das glaube ich auch. Ich habe wirklich sehr mekwürdige Suchanfragen. Von pädophil bis misogyn. Von strunzdumm bis grenzdebil. Sodomisten gab es auch schon. Mann mann mann…

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